Wer hätte gedacht, dass ich einmal einen Text über Füllmaterial schreiben würde? Füllmaterial, dieses fantastische Zeug, um das man nicht herum kommt, wenn man einen Onlineshop hat und Pakete versendet! Grund für diesen Text ist unser lange und haarsträubende Weg zum perfekten Verpackungsmaterial. Heute möchte ich Euch davon erzählen.

Was ist Füllmaterial genau? Füllmaterial ist der korrekte Begriff für die nervigen Polsterdinger, die sensible Waren im Versandkarton vor Zerstörung schützen sollen. Dieses Material, das in der Wohnung herumfliegt nachdem ihr eure letzte Onlinebestellung zu aufgeregt aufgerissen habt. Die kleinen weißen, grünen oder bunten Dinger, die dann Euren Mülleimer mit einem Schlag füllen.

Füllmaterial sorgt dafür, dass Eure Bestellungen heil ankommen – besonders, wenn es sich um fragile Ware wie einen Kuchen im Glas handelt. Das Material verteilt sich nämlich perfekt um jede Form und bleibt selbst dann stabil, wenn die lieben DHL-Mitarbeiter_Innen mal wieder etwas zu grob sind. Wusstet Ihr, dass jedes Päckchen im DHL-Logistikzentrum zig Transportbänder überquert und an mindestens einer Stelle 70 Zentimeter in die Tiefe stürzt? Nein? Wir wussten das am Anfang auch nicht! Die Verwendung eines guten Füllmaterial wurde uns aber dadurch schnell klar.

Besonders stabiles und gut schützendes Füllmaterial kostet. Besonders am Anfang haben wir ein Vermögen für Füllmaterial ausgeben. Wie bei fast allen Verpackungsmaterialien ist auch Füllmaterial erst in großen Abnahmemengen günstig. Und als Start-Up muss man ja erst einmal an den Punkt kommen, einen 50-Tonner LKW voll Füllmaterial zu benötigen. Und selbst wenn es dann so weit ist: wo bitte schön soll man die ganzen Säcke lagern? 

Zu Beginn haben wir grünes Füllmaterial (FlowPack) benutzt. Leider waren wir sehr unglücklich damit: Wir kaufen Füllmaterial teuer ein damit unsere Kund_Innen es dann zu Hause wegschmeißen. Biologisch abbaubar ist es nicht, ein ökologischer Albtraum also. Da der Platz in unseren Büros immer begrenzt war, mussten wir das Material beim Lieferanten lagern und von Zeit zu Zeit abholen. Das war lange die Aufgabe unserer Auszubildenden Caro; ein zeitaufwändiger Job bei dem man auch noch unnötig Sprit verfährt. 

PlayMais:

Ganz toll, umweltfreundlich, schön, kunterbunt aber leider: unfassbar teuer. Preis an den Kunden weitergeben ist keine Option. „Da können wir ja gleich Goldbarren mit ins Paket legen“.

Zerkleinerte Kartons:

Durch Lieferungen von Ware und den normalen Bürobetrieb fällt Papier- und vor allem Kartonagenmüll an. Warum also nicht wiederverwenden? Die Recherche ergibt: es gibt ganz tolle Maschinen, die eben aus solchem Müll tolles Polstermaterial zaubern. Ein Anruf beim Hersteller führt bei uns zu Ernüchterung und bei der Mitarbeiterin des Maschinen-Vertriebs zu schallendem Gelächter: „Für diese Art Maschinen benötigen Sie einen separaten Raum und am Besten eine Abluftanlage.“ Ok das klingt, als würde es nicht in unser Budget und Büro passen und ist im besten Fall Zukunftsmusik.

Popcorn:

Na klar! Popcorn! Das sieht auch schön aus, riecht toll und der/die Kund_In kann es sogar essen!  Wir testen und kaufen Popcornmais im Supermarkt, Futtermais im Fachhandel; im Backofen lässt der sich auch ohne Fett in größeren Mengen „poppen“. Auf einer Messe treffen wir sogar einen Hersteller, der uns Reste günstig verkaufen kann – super nachhaltig und ökologisch sinnvoll! Bis auf die Tatsache, dass wir die vierfache Menge (in Litern) des Popcorns im Vergleich zu normalem Füllmaterial benötigen (die Popcorns sind nicht wirklich stabil und zerkrümeln leicht). Dieser Umstand führt dazu, dass jedes Päckchen deutlich schwerer wird. Abgesehen vom Porto wächst beim Transport der CO2 Fußabdruck – also leider gar nicht so umweltfreundlich wie gedacht. 

Verpackungen, die ohne Füllmaterial auskommen:

Da gibt es ganz tolle Sachen, Entwicklung und Produktion aus Budget-Gründen nicht möglich. 

2017 dann der Durchbruch

Unsere Auszubildende Carolynn findet einen Hersteller, der zu attraktiven Konditionen Füllmaterial aus Maisstärke und sogar in verschiedenen, tollen Farben anbietet! Die Freude war groß! Endlich stabiles, leichtes und umweltfreundliches Material, das auf ein Minimum schrumpft sobald es nass wird. Unsere Kuchen sind ab jetzt mit diesem Material verpackt und sorgen dafür, dass alles heil und hübsch beim Empfänger_In ankommt.

„Bubbel“

Bei Kuchen im Glas hat sich intern übrigens der Begriff „Bubbel“ etabliert: „Haben wir noch genug Bubbel?“, „Soll ich weiße oder bunte Bubbel nehmen?,  „Scheiße, wir haben keine Bubbel mehr!“.

Wenn Ihr also beim nächsten Mal ein Päckchen von uns auspackt und Euch die weißen und rosafarbenen „Bubbels“ entgegenkommen könnt Ihr getrost probieren. Sie werden zwar nicht besonders gut schmecken aber es ist auch keine Katastrophe wenn sich Kinder oder Haustiere an unserem Füllmaterial vergreifen. Apropos Kinder: Wenn mann die Hubbles anleckt, kleben sie durch die Feuchtigkeit und man kann sie aneinander kleben und etwas Lustiges daraus bauen.